Bericht über das Bürgergespräch am 08.05.2019

 


Thema: Gegen Vermüllung – für eine saubere Stadt

 

Am Mittwoch den 08.05.2019 fand im BHTC-Vereinsheim in Bietigheim ein Bürgergespräch der SPD zum Thema Gegen Vermüllung – für eine saubere Stadt.

Vorträge kamen von Sebastian Heinemann, Leiter der Abfallwirtschaft eines mittelständischen Unternehmens in Ludwigsburg sowie Kandidat für die Gemeinderatswahl in Bietigheim-Bissingen und den BUND-Aktivisten der Aktion gelbe Müllpfeile, Gertrud Teske und Uli Gläser.

Sebastian Heinemann stellte in seinem Vortrag zwei Möglichkeiten dar, welche der Stadt Bietigheim-Bissingen ein schöneres Stadtbild verschaffen, diese nachhaltig sauberer macht und gleichzeitig eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit löst.


Masterplan für eine saubere Stadt – Cleanup Network

Cleanups sind Putzevents, bei denen Menschen zusammenkommen und ihre Umgebung von Abfall befreien. Es wird nicht gelingen die ganze Welt säubern. Auch nicht die ganze Stadt. Aber vielleicht einen Spielplatz, eine Grünfläche, einen öffentlichen Platz.

Neben der konkreten Säuberung ist das Ziel eines Cleanups, das Bewusstsein aller Akteure im System des Müllproblems zu schärfen und diese Anstrengungen für alle sichtbar zu machen. Ein Cleanup ist mehr als nur ein Putzevent. Es initiiert einen Dialog in der Gesellschaft und erhält ihn aufrecht. Die Helfer, die ehrenamtlich den Müll fremder Menschen in der Öffentlichkeit einsammeln, müssen nicht aufgeklärt werden. Sie sind der Teil der Gesellschaft, die bereits aufgewacht sind.

Das Netzwerkt hat inzwischen durch ganz Deutschland die Runde gemacht und hat auch bereits Anhänger auf Sylt. Auch im Social Media Bereich sind Cleanups eine angesehene Tat engagierter Bürgerinnen und Bürger. Dies möchte Herr Heinemann auch in Bietigheim-Bissingen auf die Beine stellen.


Recycling von Zigarettenkippen

Zigarettenkippen verursachen einen immensen Schaden in der Umwelt. 4.300 Milliarden Kippen fallen jährlich weltweit an. 80% davon landen in der Umwelt. Bereits ein kleiner Regen genügt um die enthaltenden Giftstoffe auszuwaschen und in das Grundwasser zu leiten. Auch die übrigen 20% an Kippen welche „ordnungsgemäß“ in den Restmüll gelangen, sind weiterhin schädlich. Über den Umweg der Verbrennung, entstehen schädliche Emissionen, welche wir alle einatmen. Die Lösung hat ein Startup-Verein in Köln. Zigarettenkippen direkt nach dem Rauchvorgang zu separieren und zu sammeln. Nach dem sammeln werden die Kippen restlos verwertet – inklusive Asche und Giftstoffe. Es wird zu einem spritzfähigen Granulat recycelt um daraus, unter anderem, die Behälter für das Sammelsystem herzustellen. Alle hergestellten Produkte können wieder vollständig in die Verwertung gegeben werden, wodurch ein geschlossener Wertstoffkreislauf entsteht.

Das duale System holt den Giftstoff Zigarettenkippe aus der Umwelt, macht etwas Nutzbares daraus und löst damit eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Der Verein stellt eigens hergestellte Sammelbehälter zur Verfügung und nimmt auch Spenden von Städten und Gemeinden aus öffentlichen Aschenbechern an. Außerdem sollen in der Stadt vorhandene Abfalleimer mit einem Regenschutz-ausgestattet werden um die Giftstoffe von den Kippen nicht weiter in das Grundwasser gelangen zu lassen. Hierbei sei gesagt, dass 1 Zigarettenkippe durch das Auswaschen der Giftstoffe vom Regen bis zu 40 Liter Grundwasser verschmutzt.


Weiter sollten Müllsünder mit deutlich Höheren Sanktionen zum Umweltschutz bewegt werden.

Eine von ihm ausgelegte Interessensermittlung zur Kontaktaufnahme bei zukünftigen Cleanups wurde von allen anwesenden ausgefüllt. Diese Initiativen werden auch mit dem Verein saubere Stadt e.V. sowie dem OB Jürgen Kessing besprochen und realisiert werden.

Danach berichteten die BUND-Aktivisten über ihre Erfahrungen und positiv sowie negativen Rückmeldungen der Aktion gelbe Müllpfeile.

Mit einigen Wortmeldungen und freudigen Diskussionen wurde das Bürgergespräch sodann beendet.

Interessensermittlung Online